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Zentrale Königinnenverteilung für die Leistungsprüfung am 14. Juli in Linz erfolgreich abgewickelt

Die zentrale, anonyme Königinnenverteilung nimmt in der Leistungsprüfung eine zentrale Rolle ein. Am 14. Juli wurden die Prüfköniginnen an die Teilnehmer an Leistungsprüfung im Rahmen des Zuchtprogramms der Biene Österreich anonym verteilt.

Organisation der Leistungsprüfung ist Kernpunkt des Zuchtprogramms

Die Leistungsprüfung ist die Grundlage und der wichtigste Bereich in jedem Zuchtprogramm! Der Erfolg eines Zuchtprogramms steht und fällt mit der Qualität der Leistungsprüfung. Sie ist somit die unabdingbare Voraussetzung für jede züchterische Tätigkeit!
Eine sinnvolle Zuchtwertberechnung wird nur dann möglich sein, wenn die Daten nicht nur nach genormten Richtlinien erhoben wurden, sondern auch objektiv, d.h. vorurteilsfrei und daher ”sauber” erfasst werden können. In vielen Bereichen der Tierzucht wird dieses Vorgabe durch Prüfhöfe oder Prüfanstalten erreicht, wo unter genormten und einheitlichen Umweltbedingungen, durch geschultes Personal die jeweiligen Prüfdaten erhoben werden.
Die Leistungsprüfung kann in der Bienenzucht allerdings nur als Feldprüfung bei den einzelnen Zucht- und Prüfbetrieben unter Praxisbedingungen umgesetzt werden, weil Prüfhöfe sehr schnell an die Kapazitäsgrenzen stoßen würden, aber möglichst viele gentische Herkünfte getestet werden sollen.


Feldprüfung erfordert aufwendiges Verteilsystem

Um auch mit der Feldprüfung zu objektiven Daten zu kommen sprich den ”menschlichen Faktor” zu kontrollieren, wird diese anonym durchgeführt: Das heißt, jeder Züchter muss von einer zu prüfenden Herkunft mindestens 6 Töchter in die Fremdprüfung einbringen und erhält ebensoviele "fremde" Prüfköniginnen, die er am eigenen Betrieb prüft. Der Clou an der Sache ist der, dass der Züchter über die Herkunft der zugeteilten fremden Prüfköniginnen keine Informationen erhält.
Dieses System der anonymisierten Leistungsprüfung verlangt einen hohen organisatorischen Aufwand: Zu einem festgelegten Termin müssen die Züchter ihre Prüfköniginnen an eine zentrale Verteilstelle senden. Dort werden die Königinnen anhand einer zuvor erstellten Verteilliste (mit Hilfe der Zuchtdatenbank Bee Data: jeder Züchter meldet hier seine Königinnen für die Fremsprüfung an und das System erstellt automatisieret die Verteilliste) auf die einzelnen Bteriebe verschickt. Entscheident ist, dass die Königinnen einer Geschwistergruppe auf möglichst viele Prüfbetriebe, sprich ”Umwelten” verteilt werden.
Mit diesem System der Königinnenverteilung erreicht man zwei Ziele: Zum Einen die erwähnte Anonymität der Leistungsprüfung und zum Anderen können die die Honigleistung überlagernden Umwelteffekte aus der tatsächlichen Honigleistung herausgerechnet ("vorkorrigiert") werden. Dies ist die Voraussetzung für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse und in weiterer Folge für die korrekte Durchführung der Zuchtwertschätzung.


350 Prüfköniginnen anonym verteilt

Am 14. Juli war es wieder soweit: An die 350 Prüfköniginnen wurden in der Verteilstelle im Imkereizentrum in Linz auf die teilnehmenden Züchter anonym verteilt. Die Königinnen werden per Post am Montag davor von den Züchtern an die Verteilstelle verschickt. Am Mittwoch erfolgt die Verteilung und Versendung zurück zu den Zuchtbetrieben, sodass späterstens am Freitag die Königinnen eingeweiselt werden können und die neuen Prüfvölker für das Jahr 2011 aufgebaut werden können.
Neben den zugeteilten fremden Königinnen, werden natürlich auch die restlichen Königinnen der Geschwistergruppe am eigenen Betrieb geprüft. An dieser Leistungsprüfung, die von Biene Österreich organisiert wird, nehmen die Mitglieder der Zuchtverbände ZAC und APB, sowie eine engagierte Gruppe aus der Steiermark, rund um die Steirische Imkerschule als Koordinierungsstelle, teil. Unter der Voraussetzung der Einhaltung der Vorgaben des Zuchtprogramms können aber auch Züchter ohne Mitgliedschaft bei einem Zuchtverband an der Leistungsprüfung teilnehmen. Informationen dazu erhalten Sie von der Biene Österreich.


21.07.2010