Drahtwürmer sind die Larven von Schnellkäfern der Familie Elateridae. Drei bis fünf
Jahre lang leben die meisten dieser Arten versteckt im Untergrund, bis sie sich im Sommer
verpuppen und im nächsten Frühling als geschlechtsreife Käfer aus dem Boden krabbeln.
Da sie oft in großer Menge vorkommen und gerne an Wurzeln fressen, gelten Drahtwürmer als
üble Landwirtschaftsschädlinge.
Drahtwürmer werden im Mais, so wie der Maiswurzelbohrer, mit neonicotinoidhältigen Insektiziden (Clothianidin, Thiametoxam) in Form von Beizung des Saatgutes, bekämft.
Die Problematik der Saatgutbeizung mit den genannten Wirkstoffen ist bekannt (Siehe die Beiträge zur Maisbeizung). Es wird immer wieder argumentiert, dass Drahtwürmer durch Fruchtfolge nicht ausreichend bekämft werden können und daher auf den Einsatzt insektizidgebeizten Saatgutes nicht verzichtet werden kann.
Ökologische Bekämpfung von Drahtwürmern
Es muss nicht immer harte Chemie sein, um Agrarschädlinge zu bekämpfen. Innsbrucker Ökologen entwickeln eine Strategie, um Drahtwürmer ökologisch in Schach zu halten.
Es gibt eine Alternative
Anscheinend wächst eine umweltverträgliche und extrem kostengünstige Lösung des Drahtwürmer-
Problems ebenfalls auf dem Acker: schlichtes Unkraut. Der Biologe Michael Traugott untersucht
zusammen mit seinen Innsbrucker Kollegen im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF
geförderten Forschungsprojekts die Ernährungsweise von Schnellkäferlarven der Gattung Agriotes
und anderer Spezies. Die Experten haben den Speiseplan der Drahtwürmer anhand der
Konzentrationen bestimmter Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope in deren Körpern nachvollzogen.
Dabei kamen einige Überraschungen ans Licht.
bewirtschafteten Flächen deckten die Tiere ihren Nahrungsbedarf zu 97 Prozent
durch den Verzehr von Maiswurzeln. Ganz anders ist die Lage offenbar auf den Maisfeldern von
Biobauern. Dort wächst meist reichlich Unkraut, das die Drahtwürmer als Nahrung nutzen
Bis zu knapp 70 Prozent besteht ihr Futter dort aus Wildwuchs, ermittelten Michael Traugott und sein Team. Der Mais wird dadurch erheblich geschont..
Die österreichischen Experten verfolgen nun eine erstaunliche Idee: Sie möchten die Schnellkäferlarven durch ein alternatives Nahrungsangebot von den Maiswurzeln fernhalten. Die Forscher haben bereits eigene Feldexperimente mit guten ersten Ergebnissen durchgeführt. Die Schäden an den Maispflanzen ließen sich dank Unkraut um 20 bis 30 Prozent verringern. An den Wurzeln der Wildkräuter fanden die Forscher doppelt so viele Drahtwürmer wie am Mais
Bis zu knapp 70 Prozent besteht ihr Futter dort aus Wildwuchs, ermittelten Michael Traugott und sein Team. Der Mais wird dadurch erheblich geschont..
Die österreichischen Experten verfolgen nun eine erstaunliche Idee: Sie möchten die Schnellkäferlarven durch ein alternatives Nahrungsangebot von den Maiswurzeln fernhalten. Die Forscher haben bereits eigene Feldexperimente mit guten ersten Ergebnissen durchgeführt. Die Schäden an den Maispflanzen ließen sich dank Unkraut um 20 bis 30 Prozent verringern. An den Wurzeln der Wildkräuter fanden die Forscher doppelt so viele Drahtwürmer wie am Mais
Eine der Hauptfragen ist nun, ob die Larven bestimmte Pflanzenspezies als Nahrung bevorzugen.
Manches weist darauf hin. "Wenn man das weiß, kann man ihr Fraßverhalten lenken", meint der
Innsbrucker Ökologe. "Wir sind noch dabei, die optimalen Lockpflanzen zu finden."
Quelle: Der Standard, 22.06.2010
Abstract: Soil Biology & Biochemistry: The feeding ecology of elaterid larvae in central European arable land: New perspectives based on naturally occurring stable isotopes
Quelle: Der Standard, 22.06.2010
Abstract: Soil Biology & Biochemistry: The feeding ecology of elaterid larvae in central European arable land: New perspectives based on naturally occurring stable isotopes
29.06.2010

